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„Einer wird weinen - Mama oder ich"

Vergangenen Freitag durfte ich eine bemerkenswerte junge Dame kennenlernen. Ihr Name ist Emma Luise Breuer und sie ist die amtierende Deutsche Meisterin über 200 Meter Brustschwimmen in ihrem Jahrgang. Emma Luise ist gerade mal 13 Jahre alt, kommt aus dem thüringischen Dingelstädt und hat in ihrem zarten Alter schon diverse Titel erschwommen. Wie das geht? Mit Talent, das gefördert wird, Ehrgeiz, Optimismus und einer tollen Familie, die ihr den Rücken stärkt.





Im Folgenden möchte ich Emma Luise und ihren sportlichen Weg etwas näher vorstellen. Mit ihrer Zielstrebigkeit, ihrem Ehrgeiz und dem Glauben an sich selbst, ist sie ein Vorbild für viele Kinder und Jugendliche.


Wir, von der Dagmar + Matthias Krieger Stiftung freuen uns riesig, und sind stolz, dass wir Emma Luise gemeinsam mit der Unternehmensgruppe Krieger + Schramm unterstützen und sie auf ihrem spannenden Weg begleiten dürfen.


Wie die meisten Kinder startete Emma Luise bei einem Schwimmkurs, mit dem Ziel, im Anschluss, das Seepferdchen auf den Badeanzug zu nähen. Zu dem Zeitpunkt wusste zunächst noch niemand, dass da eine zukünftige Deutsche Meisterin nach bunten Ringen tauchte. Im Schwimmbad Leinefelde begann ihre Karriere. Eigentlich wollte sie nur mit ihrer Freundin ein bisschen Spaß haben, doch der Trainer des Eichsfelder Sport Club (ESC) wurde auf sie aufmerksam und lud sie zum Training ein. Schnell wurde klar, dass Emma Luise das Talent zum Schwimmen in die Wiege gelegt wurde. Doch wir alle wissen, Talent alleine reicht nicht. Es bedarf ein Zusammenspiel aus vielen Komponenten - einem funktionierenden Netzwerk, optimalen Trainingsbedingungen und Menschen, die an dich glauben.


An Selbstdisziplin und Ehrgeiz mangelte es Emma Luise nicht und ihre Eltern unterstützten sie von Anfang an. Um weiter zu kommen, kam nach zwei Jahren ESC eigentlich nur noch der Aufnahmetest an der Sportschule Halle in Frage. „Das war ein ganz besonderer Moment," sagte mir ihre Mutter Stefanie Breuer. „Als Eltern möchtest du dein Kind in diesen jungen Jahren noch nicht in die Welt schicken, möchtest die Momente mit ihr teilen, sie trösten und beschützen. Aber es war ihr sehnlichster Wunsch und diesen haben wir mitgetragen."


Nach der Aufnahmeprüfung hieß es zunächst auf den ersehnten Brief zu warten. „Und wenn er kommt, wird einer weinen - Mama oder ich. Mama, wenn ich es geschafft habe oder ich, wenn nicht. Und am Ende weinte Mama." Als Emma Luise mir das erzählte, war ich sehr berührt und beeindruckt zugleich. Vor mir stand ein heimatverbundenes Mädchen, das heute selbstbewusst und zielstrebig für ein paar Tage in der Woche von Zuhause auszieht, um 150 KM von der Heimat entfernt, ihren eigenen Weg zu gehen und ihren Traum zu verfolgen.


„Das ist nicht immer leicht", gibt sie zu „manchmal bin ich auch traurig, und klar habe ich im Gegensatz zu vielen anderen in meinem Alter auch mit Konkurrenzdruck zu kämpfen, aber wenn ich im Becken bin und schwimmen darf, ist das vergessen und umso mehr freue ich mich, am Wochenende nach Hause und in meine Heimat zu fahren".


Seit November 2021 ist Emma Luise Breuer offiziell im Deutschen Bundeskader und ich bin mir sicher, wir werden bald wieder von ihr hören.


Wir drücken dir jedenfalls ganz fest die Daumen für die anstehenden Wettkämpfe. Emma Luise, ich danke dir, dass ich einblicken durfte in deinen (sportlichen) Alltag. Ab sofort hast du einen weiteren Fan ;)






Dana Voss - DMK Stiftung



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